Der Schlossgarten in Schwetzingen

- Ein Garten voller Verführungen

Karl Gotthelf von Hund

Begründer der »Strikten Observanz« (1722-1776). Carlsbrunn ist nach ihm benannt. Laut seinen eigenen Angaben wurde er 1743 in Paris in den vermeintlichen Tempelritterorden aufgenommen. Der Tempelritterorden war ein geistlicher Ritterorden, der von 1118 bis zu seiner Aufhebung durch den damaligen Papst 1312 bestand.

Reichsfreiherr v. Hund wurde 1742 in Frankfurt am Main Freimaurer. In Paris soll er wiederum laut seinen eigenen Angaben kurz danach eine Loge geleitet und später im Schloss Versailles bei der Stiftung einer Loge als I. Aufseher fungiert haben. 

Seine Karriere in der nicht-freimaurerischen Welt war genauso beachtlich. Im gleichen Jahr seiner Aufnahme in den Tempelritterorden wurde er Kammerherr, d.h. persönlicher Berater des Kurfürsten von Sachsen und Königs von Polen. 1755 wurde er zum Landesältesten der Lausitz gewählt. 1760 wurde er Wirklicher Geheimrat von August III. von Polen. 1769 berief ihn Kaiserin Maria-Theresia nach Wien. Er weigerte sich jedoch dort eine Anstellung anzunehmen, um sein Amt als Heermeister der VII. Ordensprovinz der »Strikten Observanz« nicht aufgeben zu müssen.

Die »Strikte Observanz« nahm Mitte des 18. Jahrhunderts ihren Anfang und war ein freimaurerisches System, das auf sechs Graden aufbaute. Sie bot ein dem untergegangenen Tempelritter-Orden nachempfundenes System, welches die ersten drei Grade der symbolischen Freimaurerei übernahm und mit der vierten Stufe einen Übergang zu den beiden Tempelrittergraden bildete. Sie hatte insbesondere Dank der sehr prominenten gesellschaftlichen Position ihres Gründers eine große Anziehungskraft und wurde zu einem Sammelsurium von Königen, Herzögen, Fürsten, Prinzen, Grafen aber auch von hohen Staatsbeamten und Würdenträgern.