Der Schlossgarten in Schwetzingen

- Ein Garten voller Verführungen

Eckleffsche Akten von ca. 1756

Die »Eckleffschen Akten« weisen nicht nur durch ihre inhaltliche Gestaltung bereits auf ein fundiertes mystisches, hermetisches und alchemistisches Wissen hin. Seit 1766 und dann bei der Gründung der »Großen Landesloge« 1770 in Berlin führt von Zinnendorf die Rituale wahrscheinlich ohne Änderungen und entsprechend der schriftlichen Angaben und Anweisungen wortgetreu aus. Ein Teil der Überlieferungen bleibt im geschichtlichen Unklaren, weil sie anfänglich nicht schriftlich weitergegeben wurden. Ein Teil des mündlichen Wissens ging aber glücklicherweise nicht verloren, denn in der Neugestaltung des Systems der »Großen Landesloge« von Deutschland durch Christian von Nettelbladt, findet es in schriftlicher Form Eingang u.a. in die Fragebücher. Diese Neugestaltung (ca. 1826-1843) basierte z.T. auf Anpassungen die Carl von Södermannland in der »Großen Landesloge von Schweden« 1777-1780 (sowie 1800 und 1811) durchgeführt hatte. Die Fragebücher sind Teil der sogenannten Logenbücher. Sie beinhalten neben den Fragebüchern auch Rituale und Beilagen. Bei den Beilagen handelt es sich u.a. um Ritualanweisungen und allegorische Erläuterungen.

Christian von Nettelbladt wurde beauftragt, das mit sieben plus zwei Graden gestaltete System zu überarbeiten, wobei er sich stark an den Originalunterlagen orientierte. Das Gesamtkonzept basiert schon in den Eckleffschen Akten auf sieben inhaltlich zusammenhängenden Graden und auf zwei zusätzlichen Rittergraden: Ritter von Osten und Ritter von Westen.

Ein Beispiel ist die kabbalistisch-mystische Lehre, die den Logenbüchern und in Folge dessen auch dem Schlossgarten zugrunde zu liegen scheint. Die Arbeitstafeln der ersten beiden Grade können bereits in den »Eckleffschen Akten« mit dem kabbalistischen Baum des Lebens verknüpft werden. Man kann sogar mit Hilfe der Arbeitstafeln identifizieren, um welche Richtung der Kabbala es sich handelt. Es ist die neuzeitliche Kabbala nach Isaak Luria. 

Es ist anzunehmen, dass Carl Theodor auf Inhalte der »Großen Landesloge« zurückgegriffen haben wird. Ob er die Intension verfolgte, dem Besucher eine Eigeninitiation erlebbar zu machen oder ob er der Auffassung war, dass freimaurerische Inhalte allen Bürgern zugänglich sein sollten (wie der Schlossgarten selbst) oder ob er mit dem Schlossgarten freimaurerisches Interesse in den Besuchern wecken wollte, wird wahrscheinlich im Dunkeln bleiben.


Galathea 1716 von Gabriel de Grupello in Düsseldorf geschaffen, 1767 nach Schwetzingen verbracht, Foto © Giovanni Grippo